Mythos Bibliothek

„In jedem tüchtigen Menschen steckt ein Poet; er kommt beim Schreiben zum Vorschein, beim Lesen, beim Sprechen oder beim Zuhören.“
Marie von Ebner-Eschenbach

Mythos Bibliothek

Der Mythos von Bibliotheken beruht zweifelsohne auf dem dort in den Büchern angesammelten kollektiven Wissen. Bücher waren in der Frühzeit des Buchdruckes ein sehr kostbares Gut, nur sehr wohlhabende Personen und Institutionen waren im späten Mittelalter die Besitzer von Büchern und Betreiber der Bibliotheken. Das Bibliothekswesen einer Nation ist die kollektive Zusammenfassung aller Bibliotheken eines Landes. Davon ist in der Regel ein Teil der Öffentlichkeit zugänglich, in Deutschland sind das rund 9.000 Einzelbibliotheken. Heutzutage werden Bibliotheksinhalte retrodigitalisiert, um dem Verfall der organischen Grundsubstanz alter Bücher vorzubeugen. Antike Bibliotheken gab es bereits in der altägyptischen Kultur und später bei den Griechen und Römern. Handgeschriebene Papyrusrollen und Bücher der Antike haben einen unschätzbaren Wert.

Mit einem guten Buch in fremde Welten eintauchen

Die kollektiven Wissensspeicher und Kulturzeugen der Zivilisationen stehen hoch in der Wertschätzung lesender Zeitgenossen. Die unvergleichliche Aura und Optik ehrwürdiger Bibliotheken dient heute gerne auch als Kulisse für beispielsweise Filmproduktionen. Neben der weltberühmten Biblioteca Ambrosiana in Mailand und der Bodleian Library in Oxford aus dem 17. Jahrhundert wurden immer mehr Bibliotheken der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Deutschlands allererste öffentliche Bibliothek war im Jahre 1828 die Vaterländische Bürger-Bibliothek in Großenhain. Neben den bedeutenden Hochschulbibliotheken in aller Welt, gehören staatliche und nationale Büchersammlungen (z. B. die Library of Congress der USA oder die russische Staatsbibliothek) zu den wichtigen Vertretern ihrer Art. Die Dag Hammarskjöld Library der UN in New York und die Saltykow-Schtschedrin-Bibliothek in Sankt Petersburg sowie die Vatikanische Bibliothek genießen Sonderstellungen.

Eine Reise wert für Bücherfreunde sind zweifelsohne auch die Biblioteca Marciana in Venedig, die Bibliothèque nationale de France in Paris sowie die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SBB). Je nach Ihrem Interessenbereich können aber auch viele Bibliotheken in alternativen nahen und fernen Destinationen zu vielfältigen Eindrücken und tollem Lesegenuss führen. Oder besuchen Sie doch die Bibliotheken Ihrer Wahl im Internet. Allerdings verschafft Ihnen nichts eindrucksvollere Momente als der Besuch einer Büchersammlung selbst. Die Inhalte können zwar digitalisiert werden, das Ambiente aber nicht.